Wir über uns

GrenzGehen

An der Grenze zwischen Bayern und Böhmen,
an der Grenze von Bekannt und Fremd,
von Alt und Neu, Wild und Gebändigt,
vor der Wahl zwischen Schätzen oder Missachten,
Bewahren oder Erneuern, Bleiben oder Gehen
wollen wir Grenzgänger einhalten und vermitteln …

… und für uns  G r e n z e n  ü b e r w i n d e n:
geistige und soziale,
kulturelle und geographische
B a r r i e r e n  ü b e r w i n d e n
in den Köpfen, zwischen den Menschen, den Kulturen,
zwischen Land und Stadt, Ländern und Staaten.

Wir Grenzgänger wandern am Grenzkamm entlang,
über Grenzstreifen, Grenzflüsse, Grenzwälle hinweg.
Grenzen verwischen, das Land weitet sich
und Seele und Geist werden frei.
Wir suchen neue Welten, neue Horizonte
in und auf den Bergen des Bayer- und Böhmerwalds.

                                                                          Kurt Schürzinger, Januar 2012

 

Zum Tod von Max Haller (20.03.1955 – 12.01.2015)

Liebe Trauernde

Unser Freund, unser Weggefährte, Bekannter – Euer Anverwandter, Sohn, Bruder, Ehemann, Euer Vater – mein Freund Max ist tot – unfassbar – erschlagen von einem Baum, einem Baum im Wald, den wir beide so liebten – die Bäume, die Berge, die Flüsse, das Land.

Die Natur war es, Max, die uns verband, Natur und Kultur. Unvergessen, die vielen Erlebnisse mit Dir, die Bergwanderungen, herausgegriffen sei

  • die Kraxltour am Hohen Göll, für Dich, den Fast-Widder, ein Kinderspiel, für uns eine Herausforderung der größeren Art,
  • unsere Radfahrten mit unsren Familien, oder die Radtour in die Hohe Tatra,
    1000 Kilometer, Du immer vorneweg, unermüdlich, der Leitwolf, wenn man so
    will,
  • unsere Skitouren durch tief verschneiten Forst, der Fuchs schnürt
    zweisam seine einsame Spur.

Ich erinnere mich an unsere gemeinsamen Kunstprojekte im Steinbruch, Deine Inszenierung, das Boot, das – von innen hell erleuchtet – über dem illuminierten See langsam in den Himmel steigt, deine Ausstellungen anlässlich der Theatertage in unserem Garten zu Schützing, die Boje, die uns die Fahrspur weist, Dein Looping in Straubing, den Du, durch eine unhaltbare Zeitungsente des Schwindels bezichtigt, kurzerhand zweideutig, hintersinnig und viel besser als das Original, in „Schwindelfrei“ umbenanntest.

 Immer, wenn es um Bewegung ging, Max, warst Du vorne mit dabei.

So auch dieses Sylvester. Wir waren – drei Paare – am Schuhfleck, unterhalb des Hirschensteins. Wir sehen dich vor uns, lieber Max, wie du die Wunderkerzen mit so viel Hingabe an den Bäumen drapiertest und nachher entzündet hast. Was für ein beschaulicher Moment, den du uns beschertest und als die Kerzen verloschen, ahnten wir alle nicht, Gott sei es gedankt, was all dies zu bedeuten hat.

Ein Baum, den Du immer geschätzt, dem Du so häufig eine neue, erhöhte Gestalt verliehen hast, hat Dich gefällt, welch schwindelerregende Tragik, welche Ironie des Schicksals, welche Fatalität. Uns fehlt die Einsicht in den Sinn dieser vermeintlichen Unentrinnbarkeit.

Soll uns das nun eine Mahnung sein? Sollen wir den Wald meiden, die Natur in ihrer Verfänglichkeit, die reale Welt als stete Gefahr betrachten? Sollen wir uns noch mehr zurückziehen hinter festes Gemäuer, uns verschanzen in einer virtuellen Welt? Stürzt ein Computer ab, stürzt er nicht auf dich, tot ist höchstens jene Mauskiste vor dir.

Kurzatmigere, Sicherheitsbedachte – und derer gibt es immer mehr – würden sagen „ja“, die Langmutigen unter uns würde dies sicher verneinen.

Wer dich sah, lieber Max, mit welcher Umsicht, mit welcher Bereitschaft, Leidenschaft Du den Arbeiten in Wald, Haus und Hof nachgingst, der weiß, dass Du eine Aufgabe, einen großen Auftrag hattest.

Wer so wie Du die Natur liebt und mit ihr leben will, muss sie bebauen, bestellen, pflegen, muss sie kultivieren und das ist der Anbeginn jeglicher Kultur. Das war Dein Leben, Max, die Symbiose von Natur und Kultur.

Wehe uns, wenn sich keiner mehr dieser Aufgabe stellt.

Ich werde Dich immer dafür bewundern, was Du geleistet, was Du gestaltet hast. Der Singerhof, deine Familie, deine vielen Kunstwerke – Arbeiten, wie Du sie in Deiner Bescheidenheit nanntest – sind ein beredtes Beispiel dafür.

Ich werde Dich schmerzlich vermissen, wenn ich die Wälder durchstreife und einen Berg erklimme, Deinen „Orbit und Hemisphäre“ passiere, ein Kunstwerk von Dir, das in unserem Garten steht.

Du siehst, lieber Max, unsere Gedanken sind bei Dir.

Ich wünschte nur, Du hattest einen schnellen, einen schmerzlosen und friedlichen, hoffentlich sogar glückhaft entrückten Tod, Du unter dem Baum. Das ist das Mindeste, das absolut Mindeste, was Du verdienst neben einem Platz dort, der Dir für all Deine guten Taten gebührt.

 Lieber Max –  unser aller Max – lebe wohl.

 

     In Memoriam
Maximilian Haller

  20.03.1955 – 12.01.2015

 

  MAX und der BAUM

   Dein letztes Kunstwerk
hast Du vollendet,
Max:
——-   ——-
Es ist ein
Gemeinschaftswerk
des Baumes, der

ESCHE und DIR .

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   E s   i s t   e i n e   S y m b i o s e   v o n   N a t u r   u n d   K u l t u r !     
Der von Dir gestaltete Baum ist für uns ein Ort der Begegnung mit Dir.
Du siehst, wir sind Dir, lieber Max, nahe.

   Kurt Schürzinger
20. Januar 2015

 

 

Kurt W. Schürzinger

Jahrgang 57, verheiratet, zwei Kinder, als „Kleinstnebenerwerbsobstbauer“ wohnhaft in Schützing, nahe Deggendorf, in den Vorbergen des Bayerischen Waldes.
Von Beruf Gymnasiallehrer für Englisch und Erdkunde. Mehrere Jahre Leitung der Fremdsprachenschule Deggendorf (staatlich anerkannte Berufsfachschule für Fremdsprachen- berufe). Tätigkeiten an verschiedenen Schulen und Bildungseinrichtungen.

Selbständig seit 2001, u.a. mit Firmen- und Einzelschulungen, Online-English, Projektarbeiten in den Bereichen Bildung, Nachhaltigkeit und Tourismus, „Walking & Talking“ u.a. als Waldführer im Nationalpark (englischsprachige Führungen).
Entdeckte spät, aber dafür mit großem Nachdruck, seinen Hang zum Theater. Schreibt Stücke selber, spielt, inszeniert sie mit Vorliebe in der freien Natur und versucht sich als Veranstalter, u.a. mit der „Grenzgänger-Reihe“ in Schützing. Selbstverfasste Gedichte, szenische Lesungen, gerne u.a. auch mit seinem Sohn Benedikt, ergänzen das Portfolio.

Besitzt ein ausgesprochenes Faible für den Bayerischen Wald, the Great Outdoors und die weite, weite Welt. Mehr Infos auch unter seiner Homepage:

www.English-Service.com.


Heiner Stegmann

MultiMedia Producer dpl.sae

Jahrgang 56
seit 1985 als freischaffender Künstler in München
seit 1990 hinter den Bühnen als Operator, Lichtdesigner, Tontechniker, Technischer Leiter bei Veranstaltungen und Events

www.munichsession.de
info@munichsession.de


Max Haller

Singerhof 1, 94447 Plattling

E-Mail: waldart {a} web.de

1955 in Plattling geboren
1980-1982 Holzbildhauerlehre
1983-1987 Studium an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, Bildhauerei
seit 1988 freischaffender Bildhauer auf dem historischen Singerhof

Künstler-Stipendium am Ziegel- und Kalkmuseum Flintsbach
Kulturförderpreis Ostbayern OBAG
Arbeitsgebiete: Bildhauerei, Objektkunst